Montag, 17. September 2007

Back to Germany...

Nach langem Warten in Montréal (der Flug hatte 3 Stunden Verspätung...) bin ich Sonntagnachmittag wieder gesund und müde in Düsseldorf angekommen.
Näheres demnächst persönlich...

Freitag, 14. September 2007

Au révoir Montréal!

Das wird wohl der letzte Blog-Eintrag aus Montréal sein...
Es ist Freitagabend kurz vor zehn, der letzte Tag in der Kanzlei liegt hinter mir und ich bin vollkommen begeistert, dass ich gerade den online check-in bei British Airways dazu gebracht habe mir einen Sitzplatz am Notausgang (also mit viel Platz) zu verschaffen.

Passiert ist in der Kanzlei heute praktisch nichts aufregendes. Habe mich halt nachmittags verabschiedet und der Heimweg war schon ganz schön eigenartig so das letzte Mal...

Heute abend habe ich dann auch noch etwas nähere Erfahrungen mit den religiösen Gepflogenheiten meiner (jüdischen) Vermieter gemacht: So gegen 19.30 klopfte es an meiner Tür und fragte mich, ob ich wohl kurz helfen könnte. Die Vermieter hatten nämlich vergessen Essen aus dem Backofen zu nehmen und da nach Sonnenuntergang der Sabbat begonnen hatte, durften sie nicht mehr arbeiten und deshalb auch die Backofentür nicht mehr aufmachen. Das durfte ich dann machen. Das Essen herausnehmen durften sie dann aber wieder und für das Backofen zumachen brauchten sie mich dann wieder... Ist für mich nicht so wirklich nachvollziehbar... Naja. Aber jedenfalls ein interessanter Einblick...


Damit ihr mich auch wiedererkennt hier noch das obligatorische Praktikantenfoto vom gestrigen Tag an meinem Arbeitsplatz:


Mittwoch, 12. September 2007

Noch 2 3/4 Tage...

Diese Woche war ich jeden Tag bei der Gerichtsverhandlung und morgen steht der letzte Teil des Schlussplädoyers der Beklagtenseite an. Ein Urteil werde ich aber leider nicht mitbekommen. Die Richterin hat sich zwar noch nicht dazu geäußert, aber die Anwälte rechnen mit irgendetwas zwischen 2 Tagen und 6 Monaten...
So wirklich vergleichen mit einer deutschen Gerichtsverhandlung kann ich übrigens garnicht, da ich ja eine Verhandlung in dem Umfang auch in Deutschland nie gesehen habe. Aber das gesamte Umfeld ist die Atmosphäre ist schon eine andere. Und wenn man sich überlegt, dass man in Deutschland ja davon ausgeht, dass ab 5000 EUR besser drei Richter (=Landgericht) statt einem Richter (=Amtsgericht) entscheiden sollen und hier eine Richterin über mehrere Hundertausend CAD entscheidet, wird doch bewusst, dass hier ein Richter doch eine ganz andere Autorität ist als in Deutschland...

Den wichtigen Papierkram für die Uni habe ich inzwischen auch unterschrieben bekommen, auch wenn es doch für etwas Verwirrung gesorgt hat, dass auf dem Formular ein Stempel vorgesehen war. Und einen Kanzleistempel gab es irgendwie nicht. Das wird halt alles auf das Briefpapier gedruckt... Na ja. Schließlich hat man dann doch etwas gefunden, was wohl eher den deutschen Notar-Klebesiegeln entspricht und auf einen einzelnen Anwalt personalisiert ist. Aber da wird sich jedenfalls niemand beschweren können...

Und damit ich nicht aus der Übung komme, ist heute auch eine E-Mail mit Aufgaben für den FFA Kompaktkurs Anfang Oktober angekommen...

Sonntag, 9. September 2007

Das letzte Wochenende...

... ist praktisch vorbei. Ich habe mir ein paar Stellen ein zweites Mal angeguckt, die mich interessierten und habe es ansonsten ruhig angehen lassen... Zwei japanischen Teilnehmer eines Kongresses, die immerhin 3 Stunden Zeit hatte sich die Stadt anzugucken, konnte ich dann auch noch den Weg zur Notre-Dame-Basilica zeigen. Und heute morgen habe ich auch mal einen Gottesdienst erlebt, wo ich etwas verstanden habe (...auf Englisch).
Inzwischen habe ich den Eindruck so langsam kehrt hier der Herbst ein. Es ist merklich kühler geworden und es wird auch schon deutlich früher dunkel. Und die meisten Touristenattraktionen haben nur noch ein reduziertes Programm. Dafür ist es in meiner Wohngegend recht lebhaft geworden, denn die Unis haben wieder angefangen.


Freitag, 7. September 2007

The Trial

So langsam kann der Countdown heruntergezaehlt werden...
Es steht das letzte Wochenende für mich an, aber konkrete Pläne habe ich noch nicht. Mal sehen was die Tage so bringen. Es ist furchtbar unangenehm schwül hier. Dafür soll es angeblich nächsten Donnerstag Frost geben, wenn man dem Wetterbericht glauben darf... Da ist es auch besser, wenn ich wieder abreise...
Heute hat dann die angekündigte Gerichtsverhandlung begonnen vor dem Cour Superieur. Der hauptverantwortliche Anwalt von RSS ist ein Urgestein der Kanzlei und ist seit sage und schreibe 1953 als Anwalt tätig. Er geht auch mit der nötigen Ruhe an die Sache ran und lässt sich wohl alles von einem Associate hinterhertragen... (im wörtlichen und übertragenen Sinn). Sprachgewand ist er jedenfalls und die ersten Zeugenaussagen waren auch recht interessant anzuhören. Mittags wurde die Sitzung dann aber auf Montag vertagt, weil die Richterin erstmal Vernehmungsprotokolle von Zeugen lesen muss. Die hatte sie sich wohl geschenkt, weil sie annahm, dass die Zeugen auch "in live" aussagen würden. Die Klägerseite meint aber das sei nicht notwendig. Deshalb geht es am Montagmorgen erst weiter...
Ansonsten habe ich diese Woche noch mein eigenes Zeugnis/Praktikumsbescheinigung geschrieben... O-Ton des Managing Partners: "I will sign everything you want to be signed."

Dienstag, 4. September 2007

Québec-City

Letzten Samstag und Sonntag habe ich in Québec-City verbracht, der Provinzhauptstadt, sozusagen das hiesige Düsseldorf ;-) Die Stadt hat sehr viele alte Gebäude und wirkt insgesamt sehr europäisch. Allerdings ist wirklich alles auf Touristen ausgerichtet. Und obwohl Québec eigentlich DIE französischsprachige Stadt in Kanada ist, war es überall dort wo ich war deutlich einfacher mit Englisch klarzukommen als in Montréal... Und als Überbleibsel der englischen Traditionen gibt es "changing the guards" nicht nur in London, sondern auch in Québec. Auch wenn es praktisch keinen Sinn mehr hat, da die (Zweit-)Residenz des Gouvernor General (also des Vertreters der Queen in Kanada) so gut wie nicht mehr genutzt wird. Und wenn die Touristensaison zuende ist, gibt es auch kein "changing the guards" mehr. Komischer Zusammenhang, oder?


Am Montag war hier Labor Day, also ein Feiertag, den ich weitgehend in meinem Appartement verbracht habe.

Freitag hatte ich dann noch ein Lob für mein abgeliefertes Memorandum von dem zuständigen Anwalt bekommen, so dass ich zufrieden ins Wochenende starten konnte. Vielleicht gibt es auch noch eine weitere Aufgabe für mich. Allerdings wird die Zeit dafür dann etwas knapp, da ich ja dann ab Freitag eigentlich der Gerichtsverhandlung folgen sollte. Aber über fünf Tage lang im Wesentlichen Zeugen anzuhören, kann ich vielleicht auch mal unterbrechen...