Donnerstag, 30. August 2007

Auftrag abgeschlossen.

Gestern habe ich mein Memorandum zum See-Versicherungsrecht abgegeben und der Anwalt will sich demnächst melden, wenn er es gelesen hat. Heute hab ich dann den Rest der schönen Sortieraktion (Rechtssprechung nach Alphabet sortieren) hinter mich gebracht. Vielleicht kommt da auch noch mehr (eher wenig juristisches) auf mich zu. Jedenfalls wollte der Anwalt sofort wissen, ob ich gerade viel zu tun hätte ;-) Näheres wird sich aber erst morgen zeigen.

Dienstag, 28. August 2007

Expo 67

So hier nun mit etwas Verspätung meine Erlebnisse vom letzten Wochenende…

Am Samstag war im im Centre d’histoire de Montréal, einem kleineren Museum über die Stadtgeschichte bis in die Gegenwart. Ein paar Meter von dort entfernt, am Musée Point-a-Calière fand ein historischer Markt statt, was auch ganz nett anzusehen war. Von dort aus bin ich dann zu Chapel Notre Dame de Bonsecour gegangen. Wenn ich das richtig verstanden habe, verbreitet man an sowohl hier als auch an der Basilique Notre Dame, dass jeweils die eigene Kirche die erste in Montréal gewesen sei. Das ist mir aber erst im Nachhinein aufgefallen, als ich keinen mehr danach fragen konnte… Auf der Bonsecour-Chapel steht eine große Marienstatue mit ausgebreiteten Armen, um die ankommenden Schiffe willkommen zu heißen…

Am Sonntag habe ich mich auf den Weg zum Parc Jean Drapeau gemacht. Das ist das ehemalige Gelände der Expo 1967, verteilt auf zwei Inseln im St.-Lorenz-Strom. Dort stehen auch noch ein paar ehemalige Pavillions, der auffälligste ist sicher der amerikanische die „Biosphère“. Die zweite Insel ist komplett neu errichtet worden und man hat sofort einen Platz gefunden, um den ganzen Abraum für den Bau der U-Bahn loszuwerden. Dort wirkt auch alles etwas künstlicher. Insgesamt ist das aber ein erstaunlich grüner Fleck praktisch mitten in der Stadt.

Im Büro habe ich dann am Freitag noch erfahren, dass der Anwalt für den ich die Recherche mache, zu Rechtssprechung heraussuchen doch eine etwas andere Vorstellung hatte als ich. Jedenfalls weiss ich jetzt, dass er gar nicht vorhatte die Entscheidungen selbst zu lesen. Ich solle doch sofort eine Stellungnahme schreiben, die er dann mit einem Begleitschreiben an den Mandanten schicken kann. Na ja. Jedenfalls bin ich dann erstmal noch ein Weilchen beschäftigt…

Mein Bürokollege Adam wird derweil ganz schön auf Trab gehalten, soweit ich das beurteilen kann. Jedenfalls ist er mehr unterwegs um sich neue Aufgaben schildern zu lassen, als dass er diese bearbeiten könnte…

Für nächstes Wochenende habe ich eben ein Zimmer in Québec-City gebucht. Diesmal aber telefonisch in der Hoffnung dass auch nichts verloren geht ;-)

Donnerstag, 23. August 2007

Eine arbeitsame Woche...

Meine Aufgabe hält mich ganz schön auf Trab. Das Lesen von Entscheidungen auf Englisch ist dann doch anstrengender als mal eben eine deutsche Gerichtsentscheidung zu überfliegen und an den entscheidenden Stellen mal genauer hinzusehen... Und dann musste ich noch die EDV-Leute davon überzeugen, dass sie mir bitte eine VPN-Verbindung zur Uni einrichten (bzw. mich die dazugehörigen Sperren umgehen lassen). Den wohl in der freien Wirtschaft so teuren Zugang zur Westlaw-Datenbank wollte man mir nämlich nicht zugestehen. Den hätten nur ganz wenige in der Kanzlei... Na ja. Für mich ist es über die Uni kostenlos. Da stellt sich nur noch die Frage, ob die Kanzlei ein Problem damit hat, dass jetzt auf allen Entscheidungen "for educational use only!" draufsteht ;-)

Heute morgen war ich dann wieder mit Adam bei einem als unspektakulär geplanten Gerichtstermin, der dann doch noch fast drei Stunden gedauert hat. Zur Verkündung der Entscheidung bin ich dann aber nicht mehr mit hingegangen (das war dann nach der Mittagspause), weil ich noch einiges zu tun hatte.


Ansonsten steht auch hier das Wochenende vor der Tür. Leider regnet es seit ein paar Minuten ein wenig. Mal sehen ob sich das wieder legt...

Montag, 20. August 2007

Ein "kirchliches" Wochenende...

Nachdem gestern abend irgendwie keine Internetverbindung zu bekommen war, kommt erst heute der Bericht zum Wochenende:
Am Samstag habe ich die Basilique Notre-Dame besichtigt und eine kurze Führung mitgemacht. Die Kirche ist schon sehr beeindruckend. Allerdings wirkt auch alles etwas überladen. Und es ist DIE Touristenattraktion in Montréal. Entsprechend ist auch die Unruhe. Es wird immerhin alle 30 Minuten jeweils eine Führung in Englisch und eine in Französisch angeboten. Und dann kommen noch diejenigen Besucher hinzu, die ohne Führung eine Besichtigung machen... Die Kirche ist zugleich die Ur-Gemeinde von Montréal und bietet Sitzplätze für 3200 Personen und war bis zum Bau der St. Patrick`s Cathedral in New York die größte Kirche in Nordamerika. Hinter der eigentlichen Kirche gibt es auch noch eine kleinere Kapelle, die aber den ganzen Tag nicht zu besichtigen war, da sie mit einer Taufe und drei Hochzeiten ausgebucht war. Auf einen Termin in der Kirche für eine Trauung muss man übrigens etwa 1-2 Jahre warten.


Von dort aus habe ich mich zu einer kleinen Kirche aufgemacht. Das dort angeschlossene Museum soll auch ganz interessant sein und sich mit dem Wirken eine Nonne als Krankenschwester und Ordensgründerin beschäftigen. Vielleicht sehe ich mir das nächstes Wochenende an...

Danach ging es dann weiter zur meiner Meinung nach beeindruckensten Kirche: Basilique St Patrick. Dort ist jedenfalls noch zu bemerken, dass es eine Kirche und nicht nur eine Sehenswürdigkeit ist. Auch wenn die elektronischen Kerzen den Eindruck etwas trüben... Dort ist sozusagen die Heimat der englischsprachigen katholischen Gemeinde.

Abends habe ich dann noch eine Tour durchs beleutete Vieux-Montreal gemacht...

Sonntag habe ich mich dann auf den Weg gemacht zu einem weiteren Aussichtspunkt auf dem Mont Royal (diesmal zur anderen Seite der Stadt) und zum sogenannten "tam-tam". Dort treffen sich im Sommer etliche Leute und trommeln im gemeinsamen Rhytmus auf mitgebrachten Instrumenten. So toll, wie davon berichtet wird, fand ich es aber nicht, was vielleicht auch damit zusammenhing, dass man mir in den 15 Minuten in denen ich da war zweimal versucht hat Drogen zu verkaufen... Und den Konsum vor Ort konnte man auch kaum übersehen...

Meinen Versuch nachmittags eine Runde auf dem wohl sehr sehenswerten Friedhof "Cimentière Notre-Dame-de-Neiges" zu machen, ist aber gescheitert, da mir nicht klar war, wie ich das denn ohne Plan und Auto hinbekommen sollte. Da muss ich nochmal nachforschen...




Freitag, 17. August 2007

Eine Aufgabe zum Common Law

Dass ich diese Woche nichts geschrieben habe, hat (entgegen der geäußerten Vermutung) nichts damit zu tun, dass ich so beschäftigt war, sondern eher damit, dass ich absolut nichts zu tun hatte und entsprechend auch nichts zu berichten hatte...
Ich war mal wieder zu einem kleineren Termin mit Adam beim Gericht und habe mich ein wenig in eine Akte eingelesen. Dazu wird die Gerichtsverhandlung an 5 oder 6 Tagen im September stattfinden, kurz bevor ich zurückfliege. Das passt sehr gut. So bekomme ich mal einen Verhandlung von Anfang bis zum Ende mit Beweisaufnahme und Urteil mit. Es sei denn, es kommt noch vorher zu einem Vergleich, was ich persönlich ja nicht hoffe...
Heute habe ich dann auch die zugesagte Aufgabe aus dem Common-Law-Bereich bekommen. Es geht um mehrere 40 Fuß-Container mit Kinderkleidung, die sich während des Transports verfärbt hat. Ich soll Rechtsprechung heraussuchen, die zum einen bestätigt, dass das ganze durch die Seeversicherung nicht gedeckt ist, weil es wohl kein Schifffahrt-spezifisches Risiko ist und zum anderen, dass ein Ausschluss greift, nach der keine Schäden versichert sind, die in der Ware bereits angelegt sind (vermutlich hohe Luftfeuchtigkeit bei der Produktion in Bangladesch und irgendwelche chemischen Reaktionen). Mal sehen, ob ich dazu etwas finden kann...

Montag, 13. August 2007

Historisches Montréal

Am Samstag habe ich mich bei einer Führung durch das Museum Pointe-á-Callière ein wenig über die Geschichte von Montréal berichten lassen. Abends habe ich mir eine recht beeindruckende Sound-und-Licht-Show in der Basilique Notré Dame de Montréal angesehen.
Sonntags war dann mein großer Waschtag und aus meinem Vorhaben am Sonntagabend mit China zu telefonieren wurde durch eine defekte Telefonanlage auch nichts... Nach dem heutigen Tag kommt aber so langsam etwas Licht ins chinesische Bankrecht...


(in der Mitte: Basilique Notre Dame de Montréal; rechts: Palais de Justice)



P.S.:
Das mit den Kommentaren ist glaube ich noch nicht so angekommen: Wenn man auf den Text "0 Kommentare" klickt, könnt ihr eine Nachricht hinterlassen... Ein Dank an dieser Stelle an Stephanie und Lars, die dieses System erfolgreich durchschaut haben ;-) und an Anja, die immerhin soweit gekommen ist und etwas schreiben wollte (nein, man muss sich nicht registrieren ;-))

Freitag, 10. August 2007

Ein Tag auf dem Golfplatz und chinesisches Bankrecht

Am Mittwoch habe ich erst wieder einen kurzen Gerichtstermin miterlebt, diesmal mit Adam und danach stand wieder das Sortieren von Entscheidungen an. So langsam nähert sich dieses Projekt allerdings einem Ende...
Donnerstag habe ich erst einen kurzen Ausflug zur Bibliothek der Université de Montréal gemacht um ein paar Bücher wegzubringen. Nachmittags stand dann ein Golfturnier mit anschließendem Abendessen an. Ich habe zwar nicht jeden Ball getroffen, aber mir ist auch keiner verlorengegangen... War ganz nett, dass mal auszuprobieren, aber das ist auch ein Sport für Leute, die richtig viel Zeit haben. Für die 18 Loch haben wir so 4,5 Std. gebraucht. Das Abendessen war sehr nett und dort hat sich dann auch endlich eine Aufgabe aus dem Bereich des Common Law angedeutet: Ein Anwalt, der sich hauptsächlich mit dem maritime law (was auch immer das so genau sein mag...) beschäftigt, will mir eine Aufgabe aus diesem Bereich geben. Und das wäre dann mal Common Law.
Heute war die Stimmung recht angespannt, weil alle wahnsinnig viel zu tun haben und die Studenten, die heute eigentlich ihren letzten Tag haben, noch mal eben neue Aufgaben aufs Auge gedrückt bekommen haben, die wohl auch noch das Wochenende und vielleicht auch noch die nächste Woche beanspruchen werden. Falls also zufällig jemand weiss, ob man im Jahr 2005 für eine Geld-Transaktion aus China nach Hong Kong eine Genehmigung gebraucht hat, möge er sich bitte melden... Mal so eben jemanden dort anrufen ist auch nicht so leicht. Da ist nämlich einen Zeitverschiebung von 12 Stunden, was dazu führt, dass man erst ab 21.00 Uhr Montréal-Zeit dort jemanden erreicht. Und auch nicht am Wochenende... Ach ja und der Anwalt, der die Sache bearbeitet, ist noch bis Mittwoch in Damaskus und schlecht zu erreichen. Aber er hat schon mal dem Mandanten zugesagt, dass er am Mittwoch ein Ergebnis hat...
Ich bin zum Glück nicht ganz so betroffen von diesen Problemen...

Dienstag, 7. August 2007

Am Court d'appel du Québec

Den gestrigen Montag habe ich hauptsächlich wieder damit zugebracht Entscheidungen zu sortieren. Und dann musste ich auch noch mit Erschrecken feststellen, dass mein Stammcafé mit Internet-Zugang auf dem Heimweg ab sofort nicht mehr bis 21.00 Uhr geöffnet hat, sondern nur noch bis 18.00 Uhr. Im Klartext heisst das, dass ich noch so etwa mitbekomme, wenn sie zumachen... Heute habe ich aber dann ein neues Café gefunden. 24 Stunden geöffnet, also kann da schon mal nichts passieren...

Heute morgen habe ich einen der Anwälte zu einer Gerichtsverhandlung in einer Revisionssache zum "Court d'appel du Québec" begleitet, das für praktisch die meisten Angelegenheiten die höchste Instanz darstellt. Die Verhandlung war zwar auf Französich, aber ich habe mir das Wesentliche dann später berichten lassen... Das ganze kam schon eher an eine deutsche Gerichtsverhandlung heran als das, was ich bisher erlebt habe. Erstmals haben auch alle Roben getragen und die Atmosphäre war deutlich ruhiger als bei den anderen Terminen.

Mount Royal

Sonntag, 5. August 2007

Die dem St. Joseph’s Oratory gegenüberliegende Seite des „Mount Royal“, von dem Montréal auch seinen Namen hat, war am Sonntag mein Ziel: Der „Parc Mont-Royal“. Im Reiseführer steht zwar, dass die Engländer meinten, dass der Name Mount(ain) (=Berg) nicht gerechtfertigt sei, sondern dass es eher ein „hill“ (=Hügel) sein müsste, aber so ganz ohne fand ich den Weg nicht… War natürlich kein echter „Berg“, aber ein ungeübter Tourist auf Sightseeing kommt ganz schön ins Schwitzen. Allerdings habe ich (wie ich dann später gesehen habe) wohl auch einen deutlich längeren Weg genommen als nötig gewesen wäre. Dort ist ein großer Platz, von dem aus man einen guten Blick über die Stadt und bis in die Berge Kanadas hat. Ausgerechnet der „Tour de la Bourse“, mein Arbeitsplatz ist aber durch andere Gebäude verdeckt. An anderer Stelle ist als Gipfelkreuz ein Stahlkreuz errichtet, das Nachts auch beleuchtet über der Stadt erstrahlt.

Am Nachmittag war ich dann im „Chateau Ramezay Museum & Governor’s Garden“ einem Museum zum historischen Montréal. Das ganze war nur mäßig interessant hatte aber gerade eine Sonderausstellung zur Justiz in der Kolonie Neu-Frankreich (= heute Québec).

St. Joseph's Oratory

Samstag, 4. August 2007


Am Samstag habe ich mir das „L’Oratoire Saint-Joseph du Mont-Royal“ bzw. „St. Joseph’s Oratory of Mount Royal“ angesehen. Ich hatte eigentlich keine großen Erwartungen und dachte das sei eine „normale“ Kirche und hatte das nur als Zwischenstation geplant. Der ganze Aufenthalt dauerte dann aber doch fast drei Stunden, so dass ich das weitere Sightseeing erst einmal verschoben habe.

Die ganze Anlage geht auf einen Mönch, Bruder André, zurück, der dort gearbeitet hat und dann 1904 eine Kapelle zu Ehren des Hl. Joseph errichtet hat. Auf seine Gebete hin sollen zu seinen Lebzeiten und nach seinem Tod Kranke geheilt worden sein und die Kapelle wurde zur Pilgerstätte mit mehr als 2 Mio. Besuchern jährlich. Die heutige Kirche ist größer als die St.-Pauls-Cathedral in London und die Kathedrale Notre-Dame in Paris.

Der nordamerikanisch Einfluss ist allerdings deutlich spürbar: Es gibt etliche Rolltreppen (!) in der Anlage (immerhin nicht in den Gottesdienst-Räumen). Beeindruckend ist auch die Votiv-Kapelle am Grab von Br. André. Die Temperatur dürfte die 40 Grad locker übersteigen und die Anzahl der Lichter lässt Kevelaer blass aussehen… Und ein deutscher Feuerwehrmann dürfte verzweifeln…

Rafting und Barbeceau

Freitag, 3. August 2007

Nach dem Mittag sind die Studenten und Stagiaires von RSS als „student activity“ (das heißt im Wesentlichen: Wir mussten nichts bezahlen…) zum Rafting gefahren. Das ganze fand ein paar Kilometer von Montréal entfernt, im „Fleuve Saint-Laurent“ bzw. Sankt-Lorenz-Strom statt. Vom Wasser aus konnte man dann sogar einige Hochhäuser in Montréal sehen.

Das ganze war schon interessant und spannend, aber unsere Bootsführerin ist ständig ins Französische umgeschwenkt, obwohl die anderen sie netterweise mehrmals darauf aufmerksam machten, dass sie auch sofort alles auf Englisch erzählen könnte. Das Englische war dann leider immer nur die Kurzfassung der französischen Version…

Anschließend sind wir dann zu Jean-Francois’ Appartement gefahren und er hat dort für uns gekocht bzw. gegrillt.


Donnerstag, 2. August 2007

Papierberge...

Gestern (Mittwoch) habe ich im Anschluss an einen kurzen Gerichtstermin (es ging wieder um eine Fristverlängerung) eine kleine Führung durch das Gerichtsgebäude erhalten. Das ist schon alles ganz anders als bei uns. Und wie es mir schein deutlich chaotischer und unruhiger...
Nachmittags und heute den ganzen Tag habe ich Marie-Hélène, einer der Studentinnen, geholfen Urteile zusammenzustellen für ein anstehendes Verfahren zur Besoldung von Richtern. Wir sind jetzt bei fünf Kartons... Hier müssen bei Rechtsmitteln alle Urteile, auf die man sich bezieht in Kopie mitgeschickt werden und die relevanten Stellen markiert werden. Darüber würden sich die deutschen Gerichte sicher auch freuen...