Dienstag, 24. Juli 2007
Mit Jean-Francois, einem der stagiaires, bin ich morgens in eine kleinere Stadt nördlich von Montreal gefahren. Dort war eine Anhörung, allerdings ging es nur um eine Fristverlängerung. Für so etwas muss man hier einen Termin abhalten… Das ganze Spektakel ist ohnehin aus deutscher Sicht etwas fragwürdig. Wir waren der 85. (!) Fall an diesem Tag und waren immerhin knapp eine Stunde nach Beginn an der Reihe. Bei etwa 90-95 % war niemand anwesend und damit ist der Fall dann für das Gericht abgeschlossen…
Gegen Mittag waren wir dann zurück in der Kanzlei und konnten dann von den Kollegen erfahren, dass es morgens (ohne Grund) einen Feueralarm gegeben hatte. Folge: Alle mussten aus der 46. bzw. 47. Etage durch das Treppenhaus nach unten! Dieses Vergnügen habe ich leider verpasst…
Nach Feierabend wollte ich dann noch zur Touristen-Info und nach einer Handy-Prepaid-Karte gucken, musste aber feststellen, dass die Öffnungszeiten nicht so lang waren wie ich dachte. Im Wesentlichen haben die Geschäfte gegen Ende der Woche länger auf als zu Beginn, wobei es doch wohl auch einige Einkaufspassagen gibt, wo man auch abends immer noch einkaufen kann.
In Montréal sind praktisch alle wichtigen Einkaufszentren unterirdisch miteinander verbunden. Die „Underground City“ soll auch im Winter bei -35 Grad noch zum Einkaufen anregen. Und im Sommer hat das natürlich den Vorteil, dass man von einem klimatisierten Gebäude zum anderen kommt… Der Aufbau ist allerdings ein System für sich und trotz meines relativ guten Orientierungssinns habe ich mich praktisch jeden Tag schon mal verlaufen. Nicht nur, dass es zu jeder Métro-Station zig Ausgänge gibt, sondern man kann auch zwischen einigen Gebäuden unterirdisch hin- und herlaufen, was dann zur Folge hat, dass plötzlich zwei unterschiedliche Métro-Stationen ausgeschildert sind. Die eine in die eine Richtung und die andere halt in die andere. Das ganze ist jedenfalls äußerst spannend und eine echte Herausforderung…
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